Lysistrata

oder Die Fantasie von Frieden

Premiere am  03. Juli 2026 um 21.00 Uhr

Komödie nach Aristophanes
Eine Überschreibung von

Amanda Lasker-Berlin
Regie:
Marlene Anna Schäfer
Ausstattung:
Christin Treunert

"Lysistrata

 oder Die Fantasie von Frieden“

ist für die Protagonistin, die in einer Welt voller Kriege aufgewachsen ist

 und diese kaum noch erträgt, bislang Fantasie.

 Im Bündnis mit anderen Frauen setzt sie einen öffentlichkeitswirksamen Sexstreik durch,

taktiert währenddessen aber noch auf anderen politischen Ebenen.

Sie und ihre Mitstreiterinnen beschlagnahmen die Kriegskasse, besetzen die Akropolis

und Lysistrata debattiert mit dem Ratsherrn.

Durch die vielfältigen Protestformen, die auch auf gegnerischer Seite in Sparta angewandt werden, #

denn die Frauen arbeiten grenzübergreifend zusammen,

gelingt tatsächlich der Frieden.

Auch wenn sich andeutet, dass dieser nicht von ewiger Dauer sein wird.

Das Stück

- im Ursprung eine Komödie von Aristophanes aus dem Jahr 411 v. Chr.

 zu Zeiten des Peloponnesischen Krieges zwischen Athen und Sparta -

erzählt davon, wie Menschen ins Handeln kommen, um die Gesellschaft zu gestalten,

von der Macht der Worte und der Diplomatie.

Von der Vielfalt des Protests und davon, wie viele verschiedene Stimmen es braucht,

um etwas zu verändern.

Von Menschen, die die Kraft finden, den Krieg, der sich in alle Bereiche des Lebens eingeschlichen hat,

 zu vertreiben und es schaffen, sich als Individuen zu begreifen

und nicht als Werkzeuge für den Krieg.

Das Stück orientiert sich an der antiken Vorlage in der Übersetzung von

Erich Fried

und bleibt in seiner Struktur - dank der originellen Überschreibung

durch die aufstrebende Autorin

Amanda Lasker-Berlin -

bestehen.

 Um den Figuren, ihren Beweggründen und ihrem Hintergrund nahe zu kommen,

werden innere Monologe angeführt, in denen aus den Schablonen der Stückvorlage

nachvollziehbare, psychologische Figuren entstehen.

Chorstellen dienen dazu, zeitübergreifend und universell

von Krieg, Diplomatie, Hass und dessen Überwindung zu erzählen.

Die Chöre stellen das kollektive Gedächtnis dar, erinnern die Figuren mit konkreten Geschichten,

Mythen, Erinnerungen an die Zeit, die vor ihnen war.

 Sie erzählen berührend und fragmentarisch Erlebnisse aus Kriegen und Verfolgung.

Die Chöre funktionieren wie ein großes Gehirn,

das, angefeuert von Lysistratas Friedensbemühungen,

 auch längst verschüttete Erinnerungen wieder aufruft,

um sie in den Kontext zu stellen.

Durch die Berichte und Gedanken des Chors

wird Lysistratas Engagement für den Frieden nachvollziehbar.

Durch den Chor wird das, was heute im Jubel um Aufrüstung

und Vergrößerung der Streitkräfte ausgeklammert wird,

nämlich was Krieg bedeutet, ans Tageslicht geholt.

Der Humor findet sich in den Dialogszenen des Stücks

 und speist sich aus selbstironischen Haltungen der Figuren.

Temporeiche Dialoge zeigen die Konflikte innerhalb der Gruppen auf.

Besetzung:

Lysistrata : Gioia Osthoff

Lampitoe : Gesine Cukrowski

Kalonike Varia Sjöström

Myrrhine : Kristin Steffen

Chorführerin ; Anne Lebinsky

Ratsherr  : Markus Gertken

Kinesias  : Bijan Zamani

 Chorführer : Jörg Thieme